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Yoga und Glukosestoffwechsel: Wie die Übungen den Blutzucker beeinflussen können

  • Autorenbild: Anja
    Anja
  • 27. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. März

Zwei Ebenen der Wirkung


Viele Menschen verbinden Yoga vor allem mit Entspannung. Doch aus physiologischer Sicht kann Yoga auch einen direkten Einfluss auf den Stoffwechsel haben – insbesondere auf die Regulation von Glukose und Insulin.


Aus meiner Erfahrung und aus dem, was wir heute über Stoffwechselphysiologie wissen, lassen sich dabei zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Wirkebenen unterscheiden.


1. Bewegung und Muskelkontraktion: Glukoseaufnahme in die Muskulatur


Die erste Ebene ist relativ gut verständlich: Bewegung aktiviert die Muskulatur – und damit auch den Glukosestoffwechsel. Wenn Muskeln arbeiten, benötigen sie Energie. Ein Teil dieser Energie wird aus Glukose gewonnen, die aus dem Blut in die Muskelzellen aufgenommen wird. Dieser Prozess kann teilweise auch unabhängig von Insulin stattfinden, weil Muskelkontraktionen eigene Signalwege aktivieren, die den Glukosetransport in die Zelle fördern.


Deshalb können schon einfache körperliche Übungen dazu beitragen, dass der Blutzucker aus dem Blut in die Muskulatur aufgenommen wird. Besonders wirksam sind dabei Übungen, die größere Muskelgruppen aktivieren, zum Beispiel:

  • die Halbe Hocke (stärkt Beine und Gesäß)


  • die Schulterbrücke (Gesäß, Rücken und Beinrückseite)


  • Übungen in der Bauchlage, die Rücken und Gesäß aktivieren


Diese Bewegungen müssen nicht intensiv sein. Entscheidend ist vielmehr, dass Muskelgruppen aktiviert und gehalten werden. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Muskelarbeit, die den Stoffwechsel anregt.


2. Atem und Nervensystem: Regulation über Stress und Ruhe


Die zweite Ebene ist subtiler, aber möglicherweise genauso wichtig: die Wirkung von Atem und Nervensystem. Im Yoga werden Bewegungen häufig bewusst mit dem Atem verbunden. Diese Koordination erzeugt eine rhythmische Verbindung zwischen Atembewegung und Körperbewegung. Viele Menschen erleben dies als besonders angenehm und regulierend.

Physiologisch lässt sich dieser Effekt gut erklären:

Langsames, kontrolliertes Atmen aktiviert den Parasympathikus – den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Regeneration zuständig ist. Gleichzeitig kann sich dadurch die Aktivität von Stresssystemen reduzieren.Gerade chronischer Stress beeinflusst den Stoffwechsel stark. Stresshormone wie Cortisol fördern unter anderem die Freisetzung von Glukose in den Blutkreislauf.


In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass Atemübungen, Yoga oder meditative Bewegungsformen dazu beitragen können, den Cortisolspiegel zu senken und das Stresssystem zu regulieren.


Schon eine sehr einfache Praxis – zum Beispiel den Atem bewusst wahrzunehmen oder ihn sanft zu verlängern – kann helfen, dass sich der Körper beruhigt und das Nervensystem in einen Zustand größerer Balance findet.


Yoga und Glukosestoffwechsel: Zwei Wege – eine gemeinsame Wirkung


Beide Ebenen wirken letztlich zusammen:

  • Muskelarbeit verbessert die Glukoseaufnahme.

  • Atem und Entspannung regulieren das Nervensystem und Stresshormone.


Yoga verbindet diese beiden Aspekte auf eine besondere Weise: Bewegung und Atem werden miteinander koordiniert, sodass körperliche Aktivität und nervale Regulation gleichzeitig stattfinden. Gerade diese Kombination könnte erklären, warum Yoga in Studien immer wieder positive Effekte auf den Glukosestoffwechsel, Insulinsensitivität und Stressregulation zeigt.


Eye-level view of a serene yoga studio with mats and calming decor

Sanfte Yogaübungen bringen uns in Bewegung und regulieren unser Nervensystem.

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